Archive | Mai 2012

„Die Russen ham kein Fenstertag!“

Zitat eines – äh – Geschäftsmannes in der Straßenbahn, der lautstark über lustige Geschäftsentscheidungen und der Idee, das man die Russens schon Freitags ins Boot holen könnte, weil die ja keinen Fenstertag hätten, redete. Interessant waren auch Andeutung bezüglich Verschwiegenem gegenüber einem anderen Unternehmens. Ich nehm mal verschwörerisch an, dass da der nächste große Finanzbetrug am laufen ist.

Also, nehmt euch in Acht (8), die neue Krise kommt!!

 

O_o

 

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  •  Ich
  • Die breite Masse der Im-Strom-Schwimmer.
  • Die ein bisschen weniger breite Masse der Gegen-den-Strom-Schwimmer.

Ist doch so, oder nicht.

Heute Morgen, bei einem beherzt-schläfrigen Blick auf die Nespresso-Espresso-Kafeemaschine ist mir folgendes aufgefallen:

Jeder Mensch, egal wie groß, klein, dürr, fett, gläubig-gläubig, ungläubig-gläubig, superintelligent oder strohdumm, faul oder ehrgeizig, reich oder bitter-bitter arm, ach jeder, jeder Mensch ist ein Heuchler.

Du, verehrter Leser bist ein Heuchler, dein Nachbar ist ein Heuchler, deine Eltern haben dich erst zum heucheln erzogen, dein bester Freund ist ein Heuchler, überhaupt all deine Freunde sind Heuchler, sogar dein Liebstes heuchelt, dann Hund hechelt, die Katze tut so, und verdammt nochmal ich bin der Allergrößteoberheuchler übehaupt!

Das heucheln gehört zum Menschen wie das Leben selbst, ja, ich bin sogar bereit zu behaupten, dass das heucheln sogar der Mittelpunkt der Welt ist, dass, das die Welt Zusammenhält, und so ganz nebenbei, die Antwort auf die große Frage.

Aber was erlauben Sie sich, Herr Autor, solche Anmaßungen von sich zu geben! Man unterbiete diesen Frevel! Verbrennen solle man jeden Zettel, der diese Worte trägt.

 Hier einfach so zu sitzen, so spät in der Nacht, und diese Worte zu Papier bringen, das ist, das ist, ganz einfach FALSCH!

Ach, frage ich zurück, und was tut ihr gerade?

Ihr seid es doch, die so krankhaft behaupten perfekt zu sein, aber bitte so gut auch wieder nicht, ihr wollt doch immer alles haben, und nichts, ihr seid es doch, die meinen, hier groß in der Mitte zu stehen, aber nur ein klitzekleiner Teil vom Ganzen zu sein.

Ja meine Lieben, das Teufelswerk, das ihr seid, werdet ihr nicht so schnell los. Ihr werdet die Kaffeemaschine nicht los, die zwar total geil ist, und super guten Kaffee aus super besonderen George-Clooney Kapseln macht, aber irgendwie, neben dem Fakt, besonders super teuer zu sein, eigentlich Scheisse ist, weil sie nur Kaffee im Shotglas-Format von sich geben kann, und nja, so gut schmeckt der Kaffee auch wieder nicht. Denn wissen Sie, ein Bekannter von mir, der hat so eine große Espresso-Maschine, und immer Kaffee vom Café Havekla, der schmeckt sowas von gut, ja, ich wage es zu behaupten: „Die schmeckt besser, als der von dem George-Clooney!“ Also der Kaffee, nicht die Maschine, die schmeckt grauenhaft nach Plastik und Aluminium.

Ich glaube, lieber Leser, du weißt worauf ich hinaus will, so viel Intellekt setze ich voraus, also: Auftritt des Sozialaussteigers!

Pah! Du Hassprediger du! Ich, der große Sozialaussteiger, ich stehe vor dir! Ich habe den Ausstieg geschafft, neue Wege gefunden, ich, der Meister der Spiritualität und der Anti-Spiritualität bin da. Ich habe mich dem Konsumwahn entzogen! Ich brauch keine teuren Sachen, ganz im Gegenteil, ich zieh, ganz bewusst, Scheisse als Kleidung an, möglichst bunt und ausgewaschen soll sie sein und komisch fitzelig, und mein Frühstück, das ist mehr Bio als Frühstück und meine Kaffeemaschine? VERDAMMT NOCHMAL! ICH SCHEISS AUF DIE KAFEEMASCHINE, UND DEN GEORGE CLOONEY!

Ach, frage ich, ist das dein Ideal oder nur die Idee eines anderen? Ist denn Ausstieg aus dem Wahnsystem wirklich die Formel zum freien Leben? Wie kann denn das Gegenextrem eines Extrems gut sein? Natürlich, vor den Medien zu buckeln ist eine Sache, aber zu behaupten, nicht zu buckeln, dann sich selbst Zwänge auferlegen, die einen Buckeln lassen, eine ganz Andere. Vor allem dann, wenn nicht zu buckeln bedeutet, noch schlechter zu leben, als die Buckligen selbst.

Aber, aber! Ich leb doch gar nicht schlecht, na vielleicht, nach den Vorstellungen, die der Kapitalismus und alle seine Jünger uns auferlegen will, aber um Geld geht’s hier nicht, hier geht’s um die INNEREN WERTE! Nicht um den Massenzwang der Massenmedien, denn ich schwimm nicht wie alle im Strom, ich schwimm tendenziell dagegen, und überhaupt!

 

Aber schwimmst du nicht mit vielen anderen gegen den Strom, ist nicht deine Art zu leben, die selbe, wie die so vieler anderer, ist nicht, zusammen nichts tun, das selbe wie zusammen zu tun?

Wo ist der Mittelpunkt zwischen tun und nichts tun? Wie kann ich weder mit dem Strom schwimmen, noch Gegen?

Wie verdammt, kann ich einfach ans Ufer, nur, um dort ein bisschen die Zehen vom Wasser kitzeln zu lassen?

Für die Antwort lass ich mir Zeit, und zwar richtig ordentlich viel davon.

Ich lass mir Zeit.